fliederfeuer

der flieder hat mich wieder. er hat mich wieder geweckt. draußen wind und nacht und
in meinem zimmer wachsen mond und mord.
und wandelungen..

ich suche schutz hinter schlaf, doch der mond zeigt nur sein grinsen und alle
anderen bohren ihre blicke in das bett, als wären ihre augen spitze nadeln. schwarz
und meterlang.

ich stehe auf und stell mich vor das fenster, so daß mein schatten ihre augen
schließt. dann stehl ich mich davon. ich will mich in einem fernen land verstecken.

auf meiner suche eile ich vorbei an träumenden pflanzen zur ecke der welt in der es
dunkel ist. in ihr ziehe ich auf knien muster in die erde. rechenkästchen. eines an das
andere.

dann klaube ich sie alle auf, die schwarzen blicke und stell sie in die mitte. zuerst die
augen, dann das bett, dahinter wald, am rande dann die weite welt. mein wachen ist
der wächter. und du das rote meer darum herum.

als der flieder mich entdeckt, ist es bereits zu spät. ein streicheln ist der wind und
mond lächelt nur noch von sehr fern in den rauch der flammenwelt auf die ich feuer
regnete.

auf dieser asche strecke ich mich aus. meine blicke sind ein dunkler spiegel. auf ihm
schleichst du dich an, pflückst mir den flieder aus dem haar und atmest nacht in
meine augen.